Hoheslied 1,4

Hoheslied 1,4

Die Liebe Christi zu seiner Gemeinde

Die Sehnsucht der Braut (Gemeinde) nach größerer Nähe zu Christus – und das gnädige Ziehen des Bräutigams, der alle Distanz überbrückt.

  1. Das Sonnensystem als Gleichnis
    Gravitation und Trägheit erklären, warum Planeten zwar von der Sonne gehalten, aber doch auf Abstand bleiben – ein Bild für unser geistliches Leben.
  2. Kräfte, die auf Distanz halten
    • Verlockungen der Welt
    • Regungen des alten, sündigen Menschen
    • Angriffe des Bösen
    • Selbstanklage des Gewissens
  3. Gottes Weg, Nähe herzustellen
    Der Heilige Geist zieht, das Wort deckt Täuschungen auf, Buße und beständiges Gebet führen uns Schritt für Schritt näher an das Herz Jesu.

Zusammenfassung

Der Leitvers aus Hohelied 1,4 lässt die Braut beten: „Zieh uns!“ – ein Bekenntnis eigener Ohnmacht und zugleich Vertrauen in die Liebe des Bräutigams.
Der Prediger malt das Bild der Planeten: Auch wir spüren die Anziehung Christi, kreisen jedoch oft in sicherem Abstand – festgehalten von Welt, Fleisch und Feind. Selbst ein schuldbeladenes Gewissen kann uns fortziehen.

Doch Gottes Ziehen ist stärker. Durch den Heiligen Geist ruft er zur Umkehr, öffnet in der Schrift unsere Augen für die unvergleichliche Herrlichkeit Jesu und schenkt Kraft, die Gegenkräfte zu überwinden. Nähe zu Christus lässt Gnadengaben aufblühen und macht den Kampf gegen Sünde leichter. Vollendet wird dieses Ziehen, wenn Verwesliches Unverweslichkeit anzieht (1 Kor 15) und wir ganz eins mit ihm sind.

Solange wir pilgern, dürfen wir fortwährend bitten: „Zieh mich, Herr, sonst bleibe ich in meiner Trägheit.“ Über unserem Leben steht dabei nicht das Banner des Gerichts, sondern der Liebe (Hld 2,4).

Verwendete Bibelstellen

• Hohelied 1,4 (Predigttext)
• Hohelied 2,9
• Jesaja 59,2
• Jesaja 53,2-3
• Psalm 34,9 (Luther: 34,8)
• Johannes 6,44
• 1 Korinther 15,52-53
• 2 Korinther 2,14
• Römer 8,29