Ruth 2,1-23

Ruth 2,1-23

Auf dem Heimweg in das Volk Gottes

  1. Zaghafte Schritte in das Volk Gottes
  2. Keine menschlichen Methoden oder Tricks, sondern Gottes verborgenes Ziehen
  3. Von außen Kommende willkommen heißen und in das Volk Gottes einfügen

Zusammenfassung

Mitten in der düsteren Richterzeit richtet Gott die Blicke unserer Herzen auf ein Feld bei Bethlehem. Dort begegnen wir Ruth, einer mittellosen, fremden Witwe, die einfach nur ein paar Ähren zum Überleben auflesen will – und Boas, einem gottesfürchtigen Mann, der seine Arbeit und seine Mitarbeitenden unter den Segen Gottes stellt („Der HERR sei mit euch“).

  1. Ruth wagt behutsam die ersten Schritte in das Volk Gottes. Sie erlebt jedoch weder Fürsprache noch Zuspruch durch ihre verbitterte Schwiegermutter Naëmi; sie wirkt wie auf sich allein gestellt.
  2. Dennoch zieht Gott im Hintergrund die Fäden – „es traf sich aber, dass“ Ruth ausgerechnet auf das Feld des Boas gerät. Kein Zufall, sondern verborgene Vorsehung: ohne Tricks, ohne menschliche Planung.
  3. Boas verkörpert die Barmherzigkeit des Bundesgottes. Er schützt Ruths Würde, sorgt für ihren Lebensunterhalt, spricht ihr Trost zu und macht ihr durch großzügiges Handeln greifbar, was es heißt, „unter den Flügeln des HERRN“ Zuflucht zu finden. Sein offenes Herz wird zum Spiegel, in dem schließlich auch Naëmi wieder den Glanz der Gnade Gottes erkennt. Aus „Mara“ (bitter) wird erneut „Naëmi“ (lieblich), und Ruth erfährt: „Dein Volk ist mein Volk, dein Gott ist mein Gott.“

So zeigt Ruth 2, wie Gott Fremde heimholt, Verbitterte heilt und sein Volk durch barmherzige Menschen wie Boas baut. Die Einladung steht: Lass dich auf diesen Heimweg ein und werde selbst zum Boas für andere.

Du bist gekommen zu dem Gott Israels, um Zuflucht zu suchen unter seinen Flügeln. (Ruth 2,12) – Boas fasst damit die ganze Bewegung des Kapitels in ein Bild mütterlicher Geborgenheit, das bis ins Neue Testament hineinleuchtet (vgl. Mt 23,37).

Verwendete Bibelstellen

  • Ruth 1,18; 1,22; Kapitel 2 (Predigttext)
  • 3. Mose 19,9–10 – Gebot der Nachlese für Arme und Fremde
  • Jakobus 1,27 – „ein reiner und unbefleckter Gottesdienst“
  • Jakobus 2,16 – warnender Vergleich „Gehe hin in Frieden …“
  • 1. Petrus 3,1–2 – „Wandel ohne Worte“
  • Epheser 1,11 – Gottes Vorsehung
  • Jona 2,1 (hebr. 1,17) – „Der HERR bestellte einen großen Fisch“
  • Sprüche 31 – Lob der tüchtigen Frau
  • Anspielungen: Lk 12,7 / Mt 10,30 („kein Haar fällt“); Buch Esther (Gottes verborgenes Handeln)
  • Heidelberger Katechismus, Sonntag 10 (Gottes Vorsehung)
Vorher
Hoheslied 1,4
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Esra 3