Johannes 15,18-25

Johannes 15,18-25

Jünger Jesu, gehasst von der Welt

Jesus bereitet seine Jünger auf dem Weg nach Gethsemane auf den Hass der Welt vor. Wer zu Christus gehört, ist der Welt fremd geworden – und erlebt deshalb Ablehnung, Verfolgung und Widerstand. Der Sieg am Kreuz ist bereits errungen, der Fürst dieser Welt gerichtet, aber noch nicht vernichtet. Deshalb dürfen die Jünger (und wir) wissen: Der Hass trifft zuerst den Herrn, und sie gehören dem Stärkeren.

Zusammenfassung

Die Predigt behandelt Johannes 15,18–25 im Zusammenhang der Abschiedsreden. Jesus ist bereits auf dem Weg nach Gethsemane (Joh 14,31) und lehrt seine Jünger, was sie brauchen, damit sie nicht abfallen (vgl. Joh 16,1). Der Abschnitt über den Hass der Welt gehört organisch zum Bild vom wahren Weinstock: Bleiben in Christus bedeutet auch, mit ihm den Weg der Ablehnung zu gehen.

Der Prediger betont: Der Hass der Welt trifft die Jünger nicht primär um ihrer selbst willen, sondern um Jesu willen. Die Welt hasst ihn, weil er vom Vater gesandt ist, die Wahrheit gesagt und sich durch seine Werke eindeutig als Messias ausgewiesen hat. Wer ihn hasst, hasst auch den Vater. Dahinter steht kein bloßer Ideenwettstreit, sondern die gefallene Welt unter dem „Fürsten dieser Welt“ / „Gott der gegenwärtigen Weltzeit“ (Joh 16/17; Eph 2; Kol; Eph 6). Dieser ist am Kreuz gerichtet, aber noch nicht vernichtet. Die heutige Zeit gleicht den Tagen 9./10. Mai 1945: Die Kapitulation ist erfolgt, doch Handlanger der alten Herrschaft versuchen noch, Macht auszuüben.

Für westliche Christen ist schwere Verfolgung meist noch fern; für viele Geschwister in Nordkorea, China, Iran, Nigeria oder unter Drogenkartellen in Lateinamerika ist sie Alltag. Berichte von Open Doors und der Hilfsaktion Märtyrerkirche zeigen, dass der Heilige Geist den Verfolgten gibt, was sie brauchen – bis hin zum Lobgesang an den Gräbern. Die Ohnmacht der Mächte gegenüber Christus richtet sich gegen seine Gemeinde.

Trost und Auftrag: Wenn Verfolgung kommt, dürfen die Jünger daran ablesen, dass sie Christi Eigentum sind und nicht mehr der Welt gehören. Sie sollen sich zu ihm jagen lassen, in seiner Liebe bleiben (wie er in der Liebe des Vaters bleibt) und die organische Lebensgemeinschaft mit dem Weinstock festhalten. Der Vater als Weingärtner sorgt weiter. Der Sieg gehört dem Stärkeren; niemand kann die Seinen aus der Hand des Vaters reißen (Joh 10).

Verwendete Bibelstellen

  • Johannes 15,18–25 (Haupttext)
  • Johannes 14,31 (Aufbruch nach Gethsemane)
  • Johannes 15,1ff. (wahrer Weinstock)
  • Johannes 16,1 („damit ihr nicht abfallt“)
  • Johannes 10,28–29 (Hand des Vaters)
  • Johannes 16–17 (Fürst dieser Welt)
  • Epheser 2,2 (Gott der gegenwärtigen Weltzeit)
  • Epheser 6,12 (Mächte und Gewalten in der Himmelswelt)
  • Kolosserbrief (Herrschaft der Mächte)
  • Matthäus 11,2–6 / Lukas 7,18–23 (Frage des Johannes und die Zeichen)
  • Jesaja 35,5–6 (Blinde sehen, Lahme gehen … – implizit)
  • Psalm 69,5 (bzw. „Sie hassen mich ohne Ursache“ – Erfüllung des Gesetzes)