Matthäus 5,1-3

Matthäus 5,1-3

Das Reich Gottes, das Christus bringt, ist völlig anders als unsere Vorstellung darüber

Die Predigt stellt die erste Seligpreisung der Bergpredigt („Glückselig sind die Armen im Geist, denn ihrer ist das Reich der Himmel“) in den größeren Zusammenhang des Anbruchs der Herrschaft Gottes durch Jesus Christus.

Der Prediger gliedert in drei Punkte:

  1. Jesus Christus, der das Reich Gottes bringt, hat es nicht eilig. Bis zu seinem öffentlichen Auftreten lebt Jesus in Nazareth zurückhaltend und diszipliniert. Erst nach der Taufe und der Versuchung beginnt er zu verkündigen: „Tut Buße, denn das Reich der Himmel ist nahe herbeigekommen.“ Er steigt bewusst „auf den Berg“ (nicht irgendeinen Berg) und hält von dort die Proklamation seines Reiches – denselben Berg, auf dem er später den Missionsbefehl gibt.
  2. Jesus bringt ein Reich, das so niemand erwartet. Vier zeitgenössische Erwartungshaltungen werden kontrastiert:
    • Sadduzäer (politische Nützlichkeit und Statuserhalt),
    • Pharisäer (äußere Frömmigkeit und Leistung),
    • Zeloten (gewaltsame Befreiung von den Römern),
    • Essener (Absonderung und Weltflucht). Keine dieser Gruppen erwartet Seligpreisungen über die Bedürftigen. Jesus verkündigt dagegen gerade in einer spannungsvollen, von Katastrophenangst und Messiaserwartung geprägten Zeit die Gnade Gottes für die Armen, Trauernden und Verfolgten – keine billige Gnade, sondern eine, die das Gericht (Hölle) nicht verschweigt.
  3. Jesus adressiert sein Reich an die geistlich Bedürftigen. Die Bergpredigt richtet sich primär an die Jünger (die Scharen hören mit). „Arme im Geist“ meint nicht nur materielle Armut, sondern Menschen, die mit ihrem Stolz gebrochen haben, ihre Unvermögen anerkennen und ihre Hilfe allein bei Gott suchen („Lazarus“ = Gott hilft). Ihnen gilt die Zusage des Himmelreiches – anbruchhaft jetzt und vollendet in der Auferstehung.

Die Predigt schließt mit der Einladung, aus der anonymen Menge herauszutreten, Jünger zu werden und der Zusage zu vertrauen: „Glückselig sind die Armen im Geist, denn ihrer ist das Reich der Himmel.“

Verwendete Bibelstellen

  • Haupttext: Matthäus 4,12–25; 5,1–12 (bes. 5,3)
  • Jesaja 8,23–9,1 (Erfüllung: Licht in Galiläa der Heiden)
  • Matthäus 9,35 (Zusammenfassung des Wirkens Jesu)
  • Johannes 11,49–50 (Kajaphas)
  • Daniel 9,24–27 (70 Jahrwochen / Messiaserwartung)
  • Jeremia 31 (neuer Bund) und Jeremia 32 (Zerstörung Jerusalems)
  • Johannes 1,29 (Lamm Gottes)
  • Lukas 6,20 (Selig die Armen)
  • Matthäus 7,21–23 („Ich habe euch niemals gekannt“)
  • Matthäus 7,24 („Jeder, der meine Worte hört und sie tut“)
    1. Korinther 2,14–16 (Geruch des Todes / des Lebens)
  • Bezug auf Ruth (frühere Predigtreihe in Würgendorf)
  • Weitere Anspielungen: 4. Mose 12,3 (Sanftmut Moses), Exodus 3 („Ich bin“)